Kaugummi kauen im Geschäftsalltag

Biertrinken, Weisswurst essen und Kaugummi kauen – das wird schwierig. Barak Obama versuchte deshalb vorige Woche am G7 in Deutschland seinen Kaugummi ganz unauffällig loszuwerden. Ohne Erfolg. Er landet unter dem Tisch und die Szene deutlich erkennbar in etlichen Filmaufnahmen. Obamas Pech, wiederholt in repräsentativen Situationen mit einem Kaugummi ertappt zu werden, ist legendär und führt regelmässig in den Sozialen Medien und in der Presse zu ausführlichen Diskussionen übers Kaugummi kauen. 

Früher war Kaugummi in der Schweiz etwas für Kinder und Teenager, die damit wunderbar provozieren konnten. Kaugummis sind heute auch für Erwachsene kein Tabu mehr – zumal die positiven Effekte erwiesen sind. Das Problem: Die meisten Menschen blenden die Präsenz des Kaugummis irgendwann aus und erinnern sich erst wieder daran, wenn sie in eine Situation geraten, in der das Kauen unangebracht ist. Wie wird man jetzt den Kaugummi wieder los? Während in Singapur die wilde Entsorgung von Kaugummis zum generellen Verbot geführt hat, nehmen heute die Produzenten ihre Mitverantwortung war und sensibilisieren die Konsumenten bezüglich der „fachgerechten“ Entsorgung. 

Im Geschäftsleben sollten beim Kaugummi kauen folgende Punkte beachtet werden:

  • In Gesellschaft mit geschlossenem Mund und geräuschlos.
  • Fünf Minuten kauen genügt für den Erfrischungseffekt.
  • Eine diskrete Entsorgung in einem Papier und nicht im Aschenbecher. Bei einem überraschenden Besuchen im eigenen Büro bittet man das Gegenüber, den Kaugummi entsorgen zu dürfen: Dabei wendet man sich wie beim Husten vom Gegenüber ab.
  • Höflich ist es, als Zuhörer Vorträge und Aufführungen ohne Kaugummi zu geniessen. 
  • Bei Besprechungen, Erstbegegnungen und beim Telefonieren wird aufs Kauen verzichtet. 
  • Keine Kaugummi beim Bewerbungsgespräch, im Kundenkontakt und bei allen kommunikationsintensiven Tätigkeiten.
  • Kleine Pfefferminz-Pastillen oder Mentholblättchen sind eine sinnvolle Alternative, wenn es um einen erfrischenden Effekt geht.

Übrigens wurde in Singapur im Jahr 2004 das strikte Verbot aufgeweicht und heute sind Kaugummis zu medizinischen Zwecken wieder erlaubt und in Apotheken erhältlich. Wrigley, die internationale Marktführerin, hatte über Jahre intensive Lobbyarbeit betrieben, und so landete das Thema auf der Agenda des Freihandelsabkommens zwischen Singapur und den USA. Nach zweieinhalb Jahren zäher Verhandlungen gab Singapur schließlich ein winziges Stück nach. Und so wurde Orbit ohne Zucker genehmigt. Dieses Produkt, so argumentiert der Hersteller, stärkt die Zähne und geht somit als Arznei durch. Nikotin-Kaugummis folgten.

Falls Sie gerne zum Kaugummi greifen, empfehle ich folgendes: Beobachten Sie ganz bewusst Menschen, die in Gesprächssituationen am Kaugummi kauen sind. Welche Wirkung hat das auf Sie? Ich bin sicher, dass Sie zukünftig die richtigen Konsequenzen ziehen.