So gelingt das Arbeiten im Grossraumbüro!

Das Arbeiten im Grossraumbüro kann eine Herausforderung sein. Während Nora laut telefoniert, muss sich Kevin auf eine Statistik konzentrieren. Neben dem Lärm lauern im Grossraumbüro oft noch weitere Störpotenziale: Die Kollegin mit dem Lüftungstick, die dauernd das Fenster offen haben muss. Oder das mitgebrachte Mittagessen des Kollegen, das selbst in Folie verpackt bei jedem Atemzug präsent ist. 

Eines ist klar. Mit ein wenig Rücksichtsnahme wird das Arbeiten im Grossraumbüro für alle angenehmer.

7 Tipps für eine positive Arbeitsatmosphäre im Grossraumbüro

Gemeinsam Regeln erarbeiten

Erarbeiten Sie im Team die wichtigsten Regeln, an die sich zukünftig alle halten sollen. Diese Regeln sollen nur für das unmittelbare Umfeld gelten. Jeder äussert sich dabei. Unter welchen Bedingungen erbringt er die beste Arbeitsleistung? Welche Störfaktoren bringen ihn aus dem Arbeitsfluss? Finden Sie gemeinsam heraus, wie sich verschiedene Arbeitsweisen und Rhythmen vereinbaren lassen. Dieses Vorgehen zeigt folgende Wirkung: Es fällt den Betroffenen leichter, Probleme anzusprechen. Oftmals sind es nur Kleinigkeiten, die stören und die vermeiden lassen. lassen. 

Verständnis und Mitgefühl

Mit netten Gesten signalisieren Sie Ihrem Bürokollegen: Du interessierst mich auch als Mensch. Eine wichtige Quelle für ein glückliches Nebeneinander ist auch Ihr Einfühlungsvermögen. Nutzen Sie es. Zeigen Sie Empathie – auch am Arbeitsplatz. Beispielsweise: Wenn Sie etwas konstruktiv diskutieren wollen, überlegen Sie sich zuerst, ob dies wohl der richtige Moment ist. Unterstützen Sie Ihre Kollegen in schwierigen Situationen mit aufmunternden Worten.

Über Schwächen hinwegsehen

Sehen Sie in Ihrem Arbeitsplatznachbar – auch wenn Sie nicht auf der gleichen Wellenlänge schwimmen – etwas Positives. Soblad Sie ihn kennen und verstehen, stören Sie die kleinen Macken und Eigenheiten viel weniger. Gut, vieleicht nicht alle. Sehen Sie auch mal grosszügig über die Schwächen des Anderen hinweg. Das erhöht im Gegenzug die Bereitschaft Ihres Gegenübers, auch bei Ihren kleinen Macken (grosse haben ja nur die anderen…) ein Auge zuzudrücken, nicht gleich Alarm zu schlagen oder beim Vorgesetzten zur reklamieren. Die Energie, die Sie benötigen, weil Sie jemanden nicht mögen, fehlt Ihnen sonst bestimmt für Ihre Arbeit.

Probleme direkt ansprechenn

Goldene Regel: Kein Lästern, weder über den Chef noch über die Kollegen. Dies schafft nur eine giftige Stimmung, aber keine Probleme aus der Welt. Viel zielführender ist es, wenn Sie der betreffenden Person direkt mitteilen, was Sie stört. Tun Sie das möglichst zeitnah und warten Sie nicht, bis ihr Puls in die Höhe geschnellt ist und Sie kurz vor der Explosion stehen. Sprechen Sie in der «Ich»-Form und festigen Sie das Gesagte mit einem Beispiel. Vermeiden Sie Ausdrücke wie «immer» und «nie». Beispiel: «Ich habe festgestellt, dass du manchmal schlecht riechst. Eventuell hast du das selber noch nicht festgestellt, aber gestern Abend mit deiner violetten Bluse ist es mir aufgefallen. Vielleicht liegt es am synthetischen Material der Bluse?»,

Bitte nicht stören

Sammeln Sie Ihre Fragen. Arbeitskollegen spontan am Arbeitspatz zu überraschen, heisst im Alltag oft auch sie zu erschrecken, damit machen Sie sich nicht wirklich beliebt. Kollegen anzusprechen, die gerade in eine Arbeit vertieft sind oder an vertraulichen Unterlagen arbeiten, ist ebenso wenig einfühlsam. Nähern Sie sich dem Kollegen sachte. ImIdealfall laufen Sie von vorne oder von rechts in normalem Schritttempo an das Pult heran und stellen dann Ihre Fragen. 

Bitten statt fordern

Bitten Sie um etwas, statt es einzufordern. Das ist viel höflicher. Auch wenn der Andere keine Wahl hat, «Nein» zu sagen. Wenn Sie jemandem erklären, weshalb Sie eine Arbeit benötigen oder warum diese dringend ist, so helfen Ihnen Ihre Kollegen viel eher als wenn Sie einen Arbeitsauftrag auf das Pult schleudern oder ein «Dringend!» auf das Post-it schreiben. 

Privatsphäre abstecken und wahren

Auf dem Pulten des Nachbarn zu stöbern, ist sehr unhöflich und verletzt die Privatsphäre, auch wenn Sie der «Gwunder» sticht. Am besten beschriften Sie eine Briefablage-Box mit «In-Box», damit Ihre Kollegen wissen, wo sie die Post hinlegen sollen. Wenn Sie Utensilien über Ihren Arbeitsbereich hinaus verteilen, beanspruchen Sie mehr Raum für sich und greifen in das Territorium des Gegenübers ein. Genauso sollten Sie die Büronachbarn nicht mit privaten Telefongesprächen belästigen. Die Ablenkung stört sowohl die Produktivität als auch die Arbeitsqualität.

In Kürze

  • Gemeinsam Regeln für das Miteinander erarbeiten
  • Nicht über die Köpfe der Anderen hinweg jemanden ansprechen.
  • Ausführliche, private Gespräche untereinander in die Pause verschieben.
  • Sich für den Anderen interessieren und auch einmal ein paar private Worte austauschen.
  • Private Anrufe auf ein Minimum reduzieren und in der Pausenzone tätigen.
  • Privates Handy laut- und vibrationslos stellen.
  • Nicht auf fremden Pulten wühlen. 
  • Nur neutral oder positiv über Andere sprechen.
  • Störendes möglichst bald ansprechen.