„Nicht lästern und jammern“ – die besten Tipps fürs Weihnachtsessen

Teilnahme: Ist eine Teilnahme obligatorisch?

Eine Weihnachtseinladung ist immer auch ein Dankeschön, das es zu erwidern gilt und ein freudiger Anlass: Die Firmenhierarchie wird für einen Abend gelockert. Mitarbeitende haben die Möglichkeit, mit dem Chef zu plaudern, sich von ihrer persönlichen Seite zu präsentieren und ihre Kollegen besser kennenzulernen. Dazu gibt es feines Essen, ein gutes Glas Wein: Freuen Sie sich!

Falls Sie sich schon im Vorfeld mit dem Programm überhaupt nicht anfreunden können, melden Sie sich frühzeitig ab. Die Begründung muss die Absage auch aus Sicht Ihres Vorgesetzten rechtfertigen. Denken Sie sich also eine gute Notlüge aus, die Sie auch gegenüber Ihren besten Arbeitskollegen nicht offenlegen. 

 

Dresscode: Formell oder entspannt?

Diese Frage stellt sich vor allem, wenn man nach einem Stellenwechsel zum ersten Mal am neuen Ort am Weihnachtsanlass teilnimmt. Im Zweifelsfalle fragt man immer nach. Mit einer neuen Krawatte, einem besonderen Schmuckstück oder einem eleganten Seidentop signalisiert man Freude über die Einladung und Wertschätzung. Das kommt immer gut an. Overdressed ist besser als underdressed und für Frauen gilt mehr Stoff gleich mehr Autorität. Männer, die für den Anlass ausnahmsweise einen Anzug tragen, machen im Vorfeld einen Anzugscheck. Auch Business Anzüge kommen irgendwann aus der Mode.

Alkohol: wie viel ist erlaubt?

Das ist sehr individuell und zudem betriebs- und branchenabhängig. Wichtig ist, dass Mitarbeitende, die keinen Alkohol trinken, nicht mit Fragen gelöchert oder gar blossgestellt werden. Wenn der Chef beim Wasser bleibt, sollte er bei Tisch darauf hinweisen, dass seine Mitarbeitenden gerne auch bei den alkoholischen Getränken zulangen dürfen. 

Wer weiss, dass er dazu neigt, über den Durst zu trinken, bleibt beim Wasser. Eine Regel, die immer gilt: Nie mehr als üblich trinken, nur weil man eingeladen ist. Wenn der Abend an der Bar endet, ist nach einem Drink Schluss, auch wenn noch weitere angeboten werden.

Manieren: Was gehört sich bei Tisch?

Wo immer wieder Unsicherheit herrscht, ist bei den neueren Kniggeregeln. Beispielsweise beim Zuprosten: Bei geschäftlichen Anlässen wird heute sogar ganz darauf verzichtet. Zeitgemäss ist, das Glas lediglich anzuheben, sich zuzunicken und zuzuprosten – und dabei Blickkontakt zu halten. Falls es ein Buffet gibt, wird dieses durch den Chef eröffnet. Der Teller sollte nicht überfüllt werden, lieber geht man mehrmals und bedient sich mit einem neuen Teller. Das Smartphone bleibt während dem Essen stummgeschaltet in der Tasche. Wenn die wundervolle Stimmung, das Selfie mit den Tischnachbarn oder das Essen über die sozialen Netzwerke verbreiten werden soll, geht man sehr diskret vor oder lässt es besser noch bleiben.

Small Talk: Was ist tabu?

Die allerwichtigste Regel lautet: Nicht lästern, nicht jammern und keine geschäftlichen Themen. So verlockend die Präsenz aller Mitarbeitenden auch sein mag – noch schnell ein paar Pendenzen auf dem kleinen Dienstweg zu erledigen ist ein absolutes No-go. Auch wenn man sich zu zweit in den Hintergrund zurückzieht, bilaterale Gespräche oder gar Projekte wälzen geht ebenfalls nicht. Allerdings kommt eine lustige Anekdote aus dem Geschäftsalltag immer gut an. Wichtig: gleich den Übergang zum nächsten Thema schaffen. Ein letzter Tipp: Monopolisieren Sie nicht den sympathischeren Tischnachbarn und schon gar nicht den Chef. Gut zuhören und auch mit Kollegen sprechen, die in der Hierarchie tiefer gestellt, viel älter oder jünger sind.

Flirt am Weihnachtsessen: Wo sind die Grenzen?

Das Weihnachtsessen ist ein Geschäftsanlass. Auch wenn sich viele persönliche Beziehungen aus geschäftlichen entwickeln, so ist das Weihnachtessen der falsche Zeitpunkt. Immer. Beim Flirten fixiert man sich zu sehr auf eine Person und schliesst andere aus. Besser: präsentieren Sie sich als spannender Gesprächspartner und vertagen Sie den Flirt auf eine passendere Gelegenheit. Was noch hinzukommt: Wer flirtet schon gerne unter Dauerbeobachtung seiner Arbeitskollegen?

Halten Sie einen angemessenen Abstand zu Ihren Gesprächspartner. Der ideale Abstand beträgt etwa einen Meter. In dieser Distanz finden die Begrüssung mit Handschlag, Small Talk-und Unterhaltungen statt.

Verabschiedung: Wie lange bleiben?

Die Faustregel lautet; eine halbe Stunde nach dem Kaffee. Dem Chef und den Tischnachbarn gibt man die Hand, den restlichen Mitarbeitern nickt man kurz zu. Falls Sie einen längeren Heimweg haben, klären Sie die Rückreisemöglichkeiten vor dem Anlass ab.